Brockentour
Samstag 17. Mai 2008 von Andreas
Der Brocken ……
Als Berg im Harz als der Höchste anzusehen, in Deutschland aber nicht. Dennoch ein sehr schönes Ausflugsziel und eigentlich sollte man, wenn man im Harz ist auch diesen erklimmen, egal ob zu Fuß – per Kutsche – per Brockenbahn – oder mit dem Rad.
Hoch ist der Berg 1142 m und Wettertechnisch immer eine Herausforderung. Aber er ist für jederman zugänglich und das ist sehr schön.
Bei klarem Wetter hat man auch eine sehr gute Sicht. Alles weitere findet man in Wikipedia sehr gut beschrieben.
Und diesen Berg wollten wir nun mit dem Rad hinauf radeln. Einiges kann man ja im Internet lesen, aber viel steht nicht drin, also sind wir recht “blind” an die Sache herangegangen.
Die Tourdaten:
Wie schon erwähnt Höhe des Brocken zirka 1142 m.
Länge des Anstieges: 10 km
Start von Schierke aus auf 630 Hm.
Wir sind mit dem Auto von Wernigerode nach Schierke gefahren. Wir, das waren Kerstin, Christian, Michael und ich. Räder auf dem Dach und ab ging es.
In Schierke auf dem Parkplatz am Ende des Ortes haben wir uns dann fertig gemacht. Den Brocken konnten wir nicht sehen, Regenklamotten brauchten wir nicht einpacken, die mussten wir anziehen. Aber das störte uns nicht, wir wollten rauf. Außerdem waren dann hoffentlich weniger Leute unterwegs und wenn es zu warm ist macht solch ein Aufstieg auch keinen Spaß.
Die Strecke fing erstmal ganz ruhig an, die Strasse ist recht löchrig und uneben, der Belag nicht mehr der schönste. Also sind wir gemütlich losgeradelt. Bleiben wir zusammen oder radelt jeder seinen Stil, wir ließen uns diese Wahl offen, jeder wie er konnte und wollte.
Christian ist dann recht früh schon mal vorgespurtet, den haben wir dann auch nicht mehr zu Gesicht bekommen. Am Anfang bin ich dann noch mit Kerstin und Michael geradelt, Micha ließ sich dann aber zurückfallen. Mit Kerstin ging es dann eine Weile, aber die Geschwindigkeit lag mit dann doch nicht. Es ist schon ein Unterschied, ob man mit dem MTB oder mit dem Trekking – City – Bike nach oben fährt. Ich war der einzige mit dem MTB.
Also fuhr ich meinen eingenen Stil, jeder versuchte so gut es ging den Berg zu bezwingen. Man muss aber noch erwähnen, das die anderen Drei schon mit dem Rad von Potsdam nach Wernigerode geradelt waren, die hatten schon um die 260 km in den Beinen.
Ich wollte nur hoch und das wenn es geht ohne Absteigen oder Pause.
Alle 100 Höhenmeter war ein Schild, am Anfang stand dran Brocken 10 Km. Das muss doch zu schaffen sein.
Bis zum Höhenmeter 700 ging alles noch recht normal, man konnte einen Schnitt von zirka 12 – 15 radeln. Aber dann wehrte sich der Brocken doch recht heftig…
Bei 800 Höhenmeter habe ich mir dann noch die Regenhose angezogen, es fing an zu Regnen und Kerstin holte mich kurzzeitig wieder ein. Das war dann auch die einzige Pause die ich auf der Strecke gemacht habe.
Bei 850 Höhenmetern war ich dann soweit und wollte absteigen und mein schickes MTB in die Ecke werfen, aber ich biss mich durch. Kurz darauf gab es zum Glück eine kleine Verschnaufphase, es war fast gerade Strecke. Bei zirka 900 Höhenmetern ging es dann wieder richtig BERGAUF. Ich war dann schon auf dem kleinsten Gang und schnaufte wie ein Walross. Nun war garnicht mehr dran zu denken über 10 km/h zu fahren, die nächsten 60 Höhenmeter legte ich mit um die 8 km/h zurück, mehr war nicht drin. Bei diesem Abschnitt war ich wieder kurz vorm absteigen, aber ich “peitschte” mich nach oben.
Langsam waren wir dann auch in den Wolken, Sichtweite nur noch um die 20 – 30 Meter. Das war garnicht so schlecht, somit sah man wenigstens das Elend nicht so direkt vor sich.
Schwierig wird es dann noch einmal ab 1000 Hm, hier kommt man sich vor wie auf einem wilden Ochsen, der Berg will einen ständig von sich werfen. Aber ich hielt durch, keine Ahnung wie… Immer schön zwischen den Wanderern durch, manche mit wohlwollenden Zurufen, andere ignorieren es und bleiben im Weg stehen, wieder andere wollten mitgenommen werden. Man, sah ich den aus wie ein Taxi???
))
Und dennoch schaffte ich die restlichen 150 Hm ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Oben angekommen, prustend und schwitzend habe ich dann auch Christian getroffen, der war schon 5-10 Minuten vor mir Oben.
Das Wetter lud nicht gerade zum Verweilen ein, kalter Wind und Feuchtigkeit, aber kein Regen. Dennoch warteten wir auf Kerstin und Michael, die dann auch nach zirka 10 oder 15 Minuten den Gipfel erreicht haben.
Man waren wir Stolz auf uns, das konnten wir auch sein. Wir sind auf alle Fälle ohne Schäden oder andere Plesuren auf dem Brocken angekommen.
Nun brauchten wir erst mal Energie, reichlich Wasser und Riegel halfen die leeren Akkus wieder etwas zu befüllen.
Nach einigen Fotos ging es an die Vorbereitung zur Abfahrt.
Mittlerweile waren einige Wanderer und Besucher oben angekommen, das konnte ja heiter werden. Hoffentlich lassen sie uns durch, wir wollten mit vollem Speed runter jagen.
Irgendwie war ich dann auch erster und demmelte los wie ein Weltmeister, ich wollte Vorsprung haben, denn die anderen waren mit ihren Trekking Bikes besser dran. Mit wildem Klingeln und ständigen “Voll”Bremsungen düsten wir durch die Passanten, die wilde Hatz konnte beginnen.
))
Ich hoffte nur, das meine Bremsen hielten, vor allem meine Scheibenbremse vorn hatten meine größte Aufmerksamkeit. Dennoch, Speed und wenn es ging noch mit demmeln unterstützen.
Das Tacho hielt sich dann eigentlich immer um die 40 bis 52 km/h auf, nur bei den Spitzkehren mussten wir sehr hart abbremsen um gleich darauf wieder Vollgas zu geben. Es war extrem anstrengend, aber wunderschön. Michael hatte mich dann mit einer wilden Raserei überholt, schön dachte ich, der gibt mir Windschatten und räumt die Leute aus dem Weg. Pustekuchen, kurz darauf ging er dann voll in die Eisen und ließ mir wieder den Vortritt….Er hatte den gleichen Gedanken.
Die Strasse war nun eigentlich nicht für solche Raserei gedacht, Schlaglöcher und sehr viele Unebenheiten machten die Abfahrt zu einem gewissen Wagnis. Des öfteren gab es dann auch heftige Einschläge, ich denke mal, das meine Federgabel einigemale am durchschlagen war.
Die Abfahrt hatten wir dann in knapp 25 Minuten geschafft. Komisch, raufzu brauchten wir länger…
Michael und ich waren die ersten, danach kam Christian und Kerstin zum Schluss. Da waren wir schon dabei uns umzuziehen und die Räder wieder auf das Dach zu schnallen.
Auf alle Fälle war es eine sehr schöne Tour, die man auch gerne noch einmal machen kann.
Für alle, die mit dem Rad rauf wollen: Vorbereitung ist alles. Gute Regen- und Windsachen sind ganz wichtig. Und mit dem Rennrad mag es vielleicht recht gut rauf gehen, aber Aufgrund der schlechten Strasse macht hier die Abfahrt bestimmt keinen Spaß.
Weitere Bilder und GPS Dateien findet Ihr dann in der Fotogalerie.
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