Skoda Velothon 2009
Montag 22. Juni 2009 von Andreas
Endlich war es soweit, lange genug habe ich ja gefiebert.
Am Freitag habe ich dann unter strömenden Regen die Räder ins Auto gepackt, Klamotten rein und ab nach Berlin. Erst wollte ich zu Akkreditierung, dann zu Michael auf Arbeit und dann zu ihm nach Hause.
Straßen waren frei, somit bin ich recht flott um die Mittagszeit in Berlin angekommen. Wer aber auf die Idee kam, am Zoologischen Garten die Startnummernausgabe zu machen hat wohl nicht die gesamte Baustellensituation um diesen Bereich bedacht. Das war das “schlechteste” vom ganzen Wochenende. Aber auch das konnte ich dann reibungslos bewältigen, zum Glück war dort eine Tiefgarage. Kurz zu Micha auf Arbeit und dann nach Hause.
Am Samstag sind wir dann gegen 10:30 Uhr in Richtung Brandenburger Tor, erstens wollte ich den Weg für Sonntag wissen und zweitens ist dort ja dann auch immer ein bisserl was los. Wetter hielt sich einigermaßen, etwas Sonne und sehr viele Wolken. Wir haben uns dann dort alles ein wenig angeschaut, es war eben noch nicht so viel los um die Mittagszeit.
Samstagabend habe ich dann damit verbracht, die Klamotten vorzubereiten und immer wieder den Wettergott anzuhören. Aber leider war die einhellige Meinung, etwas Regen und kein Wind. Naja, mal schauen wie es dann am Sonntag aussieht.
Bei der unchristlichen Zeit von 6:15 Uhr wurde ich von meinem Wecker aus dem Bett geworfen. Der Puls stieg und das Frühstück von Micha schmeckte vorzüglich, vor allem, weil es leicht Bewölkt war und kein Regen weit und breit zu erkennen war. Sollte es doch trocken bleiben, hatte ich am Samstag doch genügend mit dem Wettergott kommuniziert? Schön wäre es ja.
7:00 Uhr dann in die Klamotten rein, Regenjacke trotzdem in die Trikottasche, man weis ja nie. Den Weg zum Start habe ich dann urgemütlich als Aufwärmtraining genutzt, Zeit hatte ich ja.
Mein Startblock B war aber schon sehr voll, als ich um zirka 7:40 Uhr angekommen bin. Wuhling ohne Ende. Nun wurde es ernst, hoffen auf gutes Wetter und eine gute Truppe, an die ich mich anhängen konnte.
Kurz nach 8:00 Uhr wurde dann der Block B auf die Reise geschickt. Durchs Brandenburger Tor und sofort nach Links raus auf die Strecke. Da ich beim Start nicht ganz vorne war, “sprintete” ich bei freier Strecke erst mal recht schnell nach vorne, vielleicht bildet sich ja ein guter Zug. Aber dem war leider irgendwie nicht so richtig, naja, vielleicht müssen sich alle erst mal ein wenig finden und zu sich kommen. Aber stehen bleiben gilt nicht und bin mit einen Schnitt von 35 km/h weiter gefahren, irgendwer wird schon kommen und oder sich mit anschließen.
Das war dann auch irgendwann der Fall, aber so richtig wollte sich kein guter Kreisel bilden. Außerdem kam dann auch schon der erste “Berg” in Sicht, den Spandauer Damm hoch. Hier zersprang dann die sich gerade gebildete Gruppe recht schnell und ich hörte neben mir die Schaltungen nur so rasseln. Einen Gang tiefer und hoch, mei, das war doch nur eine Bodenerhebung, die kann man aber sehr locker mit 25 km/h hoch fahren.
Somit war hängte ich meine Mitstreiter erst einmal ab, es folgte mir auch so recht keiner. Den Damm runter kamen einige wieder ran, aber es war und blieb dann doch recht nervös. Keiner wollte so richtig in den Wind und ein ordentlicher Schnitt wurde auch irgendwie nicht gefahren. Als dann endlich mal eine Truppe vorbeizog, wollte keiner so richtig ran sprinten, aber ich wollte. Raus aus dem Trupp und rann an den schnellen Zug. Darauf haben die wohl nur gewartet, denn ich spielte hier anscheint das Zugpferd.
Hier ging es dann ein wenig schneller voran, aber immer wieder bildeten sich einige Lücken, die ich und zwei/drei andere dann wieder schließen mussten.
Man, ob ich mich hier nicht zu doll verausgabe? Es sind noch 50 km zu fahren, komm ich jemals gut an?
Egal, ich wollte einen guten Schnitt, also weiter. Ab durch den Grunewald, wieder ein “Berg” und wieder sprengte sich die Gruppe auf, es folgten nochg 2 “Anstiege”. Mein Training zu Hause war genial, denn ich merkte die Anstiege fast gar nicht. Zirka 50 Meter leichtes Kopfsteinpflaster gab es dann auch noch. Immer wieder würfelte sich die Gruppe durch einander. Nach dem Kopfsteinpflaster, wo wohl einige um ihre Carbonräder Angst hatten, war dann alles auseinander und ich sah eine Gruppe etwas weiter vor mir. Runter in den Lenke und ran, gefolgt ist mir auch keiner, dann eben nicht.
Die Gruppe hatte ich dann auch recht schnell erreicht und ruhte mich in deren Windschatten ein wenig aus. Aber auch diese Gruppe war sich nicht so richtig einig und fuhr nur um die 30-35 km/h, irgendwie war mir das zu wenig. Raus aus der Truppe und mal gezogen um das alles schneller zu machen. Die Gruppe fuhr auch mit und als ich dann ausscherte sagte mein Hintermann “Danke”, auch er hat nur auf eine solche Situation gewartet.
So ging es doch recht flott an der Avus vorbei und die Gruppe wurde auch etwas größer, teils durch rankommende Fahrer, teils durch überholte, die sich mit angeschlossten haben. In der Stadt hatten wir dann auch wieder einige Zuschauer, eine große Truppe mit Trommeln war auch dabei.
Recht zügig ging es weiter, mittlerweile waren wir bestimmt um die 30 Fahrer. Ich hielt mich ein wenig im Mittelfeld auf, sollten mal die anderen ziehen, ich hatte ja auch schon einiges getan.
Am alten Flughafen Tempelhof zischte es auf ein mal sehr laut links neben mir und ich hörte nur noch ein “Schei…” und mein linker Nachbar war verschwunden. Bei einem solchen Rennen einen Platten zu haben ist ja nun mehr als ärgerlich. Schade für ihn.
An der Eastside Galerie vorbei, Straußberger Platz und dann Richtung Alexander Platz. Die angesagten Straßenbahnschienen waren zum Glück nicht so schlimm, aber es war doch eine rechte Eierei geworden, ein richtiger Fluss kam dabei nicht zustande. Das erhöht auch nicht unbedingt das Tempo und lässt die Gruppe nur noch nervöser werden. Aber auch das meisterten wir zum Glück ohne Sturz.
Die Strecke über die “Paulstrasse” und den “Spreeweg” auf “Die Straße des 17. Juni” fand ich persönlich als nicht so gut gelöst, hier wäre eine andere Streckenführung angenehmer und flüssiger gewesen.
Auf der Zielgeraden spielten die Kollegen vorne einen auf Sprint Ankunft und eierten recht viel von links nach rechts, da hielt ich mich dann lieber raus und nutze eine kleine Lücke am rechten Rand um etwas nach vorne zu ziehen.
Nach 1:38 Stunden und mit einem Schnitt von 38,14 km/h bin ich überglücklich im Ziel angekommen. Man war das schön, dies muss ich noch einmal machen.
Das Ausrollen und die Abgabe des Transponders, sowie der Erhalt der Medaillie war sehr gut gelöst. Kerstin und Michael waren zwar an der Zielgeraden, hatten mich aber leider in dem ganzen Gewirre nicht sehen können.
Alles in allem war es eine sehr gute Veranstaltung, die aber noch einiges an Verbesserung erfahren kann. Die Streckenposten und die Absicherung der Strecke war sehr gut und sehr übersichtlich. Die Startnummernvergabe am Bahnhof Zoo fand ich persönlich nicht so schön, hier sollte vielleicht für das kommende Jahr eine bessere Lösung gesucht werden.
Sicher ist aber: Ich komme 2010 wieder.
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