HH-CyClassics 2008 - Platz 205
Montag 8. September 2008 von Andreas
Endlich war es soweit, die langersehnten CyClassics. Wir hatten uns ja sehr früh schon angemeldet, somit hatten wir auch einen Startplatz erhalten.
Matthias hatte sehr Preiswert Tickets für die Bahn erhalten, Nutella sei Dank, mit 25% Rabatt. Rennräder in die Koffer und am Samstag ging es um 8.25 Uhr mit dem ICE nach Hamburg. Nach zirka 5:45 Stunden waren wir dort. Ab in die S-Bahn, erst mal zum Hotel. Dort eingecheckt, die Radkoffer durften wir unten im Konferenzsaal stehen lassen. Im Hotel wurde uns auch gesagt, das für die Teilnehmer dann am Sonntag Duschzimmer zur Verfügung stehen, super Service das muss man schon sagen. Nach einer kurzen Pause sind wir dann wieder in die City, wir mussten ja noch unsere offizielle Startaufstellung und -Nummer holen. Dies war am Gänsemarkt und dort war natürlich schon reichlich was los. Alles war sehr gut organisiert, wir hatten innerhalb von 20 Minuten alle Unterlagen erhalten. Ich holte dann noch mein bestelltes Trikot ab und wir marschierten dann wieder zur Alster. Hier fand natürlich, wie passend, auf dem Rathausplatz und am Jungfernsteig eine Radmesse statt. Buden über Buden mit allem was das Radlherz begehrt. Es war voll, aber alle super locker drauf und man merkte das Gedränge eigentlich nicht so richtig.
Und die ganze Zeit fuhr um die Binnenalster die Jugend die Youngclassics, es war also reichlich geboten.
In der Axel-Springer-Passage fand die Pastaparty statt, die wir so gegen 17:30 Uhr besuchten. Hier gab es eine recht gute Portion Nudeln und ein nicht so gut schmeckendes alkoholfreies Bier, naja, mir schmeckte es jedenfalls nicht…
Nach einer reichlich guten Pause und etwas gestärkt machten wir uns dann noch auf den Weg, um uns die Landungsbrücken anzuschauen. Ab in die U-Bahn, Tagestickets hatten wir ja und ein paar Stationen später waren wir auch schon dort. Es ist sehenswert, aber irgendwie taten mir dann doch die Füße weh und so richtig Ruhe hatte ich auch nicht. Somit sind wir zum Hotel zurück und haben in der Bar noch ein Bierchen getrunken. Dann noch die Startnummern angebracht, ein bissl Fussball geschaut und ab in die Kiste, 6:30 war die Nacht vorbei.
Ich habe recht gut geschlafen und war gegen 6:45 Uhr beim Frühstück, Matthias kam ein wenig später hinterher. Ein Blick aus dem Fenster und man sah einen freien Himmel. Der Wetterbericht hatte Sonne und wenig Wind versprochen und das traf auch ein, zum Glück. Gutes Frühstück und ab nach Oben umziehen, Klamotten packen und wieder runter, der Adrinalinspiegel steig stetig an. Unsere Startaufstellung war 7:40, Start war für zirka 8:25 Uhr angekündigt. Und rechtzeitiges Erscheinen sichert ja bekanntlich gute Plätze.
Bis zu unserem Startblock hatten wir nur 5 km, das war genau richtig zum Warm werden. Aber dann standen wir ja noch fast 45 Minuten, eh es dann endlich losging. In unserem Startblock waren alle die gestanden, die keine oder eine sehr niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit angegeben hatten, voll war es aber dennoch. Ich hatte echte bedenken, ob man hier überhaupt Rad fahren konnte.
Gegen 8:30 ging es dann los, wer eine Klingel hatte bimmelte wie ein Weltmeister, aber es ging recht gesittet von statten. Bis zum richtigen Start hatten wir ein bissl an Meter, somit konnte man sich wieder etwas aufwärmen. Und vor allem, die Strassen wurden breiter, es entspannte sich recht schnell.
Matthias machte die ersten Kilometer im Wind und fuhr eine recht gute Geschwindigkeit von knapp 35 km/h. Immer schön Links, denn wir mussten doch recht viele überholen. Insgeheim hofften wir auf einen schönen Zug an dem wir uns anschließen konnten. Und wir erhofft, es dauerte auch nicht lange wurden wir recht flink von einem solchen Überholt. Erst mal rann und schauen. Die fuhren aber eine steife Briese von zirka 43 km/h, mei, sollte ich das wirklich so bis zum Schluß durch halten???
Es sammelten sich dann an diesem Zug so ungefähr 10 Rennradler, stellenweise waren es wohl sogar 15 Fahrer. Auch ein Tandem tummelte sich dazwischen und fuhr auch recht flink mit. Es war recht schön und wir machten echt gute Kilometer. Ratzifatzi hatten wir die ersten 15 hinter uns und immer schön um die 42 - 45 km/h. Auch ich war dann mal an der Reihe, wobei mein “Vorfahrer”, von dem ich die Führung übernommen hatte auf einmal nur noch 38 fuhr. Also einen Gang tiefer, rein in den Lenker und wieder auf 40-42 hoch gedreht. Es war einfach nur geil. Einige Kilometer bin ich dann im Wind gefahren und habe dann wieder die Führung abgegeben. Mir ging es blendend, ich hoffte echt auf einen guten Schnitt am Ende der Tour. Unterwegs haben wir leider einen echt schweren Unfall gesehen, der Sankra war zum Glück schon da. Aber schön sah es nicht aus und irgendwie nahm dann jeder ein wenig die Beine hoch. Kurze Zeit später ging es aber wieder im Affentempo immer schön links an den anderen vorbei, immer über 38 km/h stellenweise über 40. Irgendwann, ich war an sechster Position, Matthias an der dritten, ließ der vierte etwas abhängen. Das ging ja nun gar nicht. Also Gang wieder runter, raus aus der Reihe, raus aus dem Sattel und aufschließen zu Matthias, es tat weh die Lunge und die Oberschenkel brannten, musste aber sein. Und siehe da, die anderen warteten nur auf einen solchen Lückenschließer, denn sie hingen an meinem Hinterrad und waren wieder mit dran.
Rechts und links an der Strecke standen die Fans und jubelten uns zu, mit Rasseln, Tröten, Megaphonen und alles was man zum Lärm machen nutzen konnte. Ganz Hamburg schien auf den Beinen zu sein, um dem Jedermannrennen seine Aufwartung zu machen. Es war schön, aber wir haben bei der Geschwindigkeit leider nicht allzu viel davon mit bekommen, nur ab und zu konnte man nach links oder rechts schauen. Die Streckenposten waren auch alle sehr gut und jede unkenntliche Stelle war gut abgesichert, mit Strohballen, winkenden Streckenposten und so weiter. Leider war an einem Umfall, direkt hinter einer Kurve und dann noch links am Kurvenausgang, die Vorwarnung einfach zu spät, ich geh aber davon aus, dass es erst kürzlich passiert ist. Wir konnten den Unfall recht gut umschiffen, aber das parkende Polizeimoped kam doch gefährlich näher. Weiter ging es dann raus aus Hamburg, die Strecke kann sich jeder auf der Vattenfall CyClassics Page anschauen, ich möchte die Ortschaften jetzt hier nicht einzeln erwähnen. Dann eine Kehre bei Pinneberg und wieder über Holm, Wedel nach Hamburg rein. Die Verpflegungsstelle haben wir vollkommen außer acht gelassen, der Zug wollte Geschwindigkeit und nicht futtern. Bei 55 Kilometern war das auch nicht so wichtig.
Am Kösterberg fiel die Gruppe extrem schnell auseinander. Auch ich musste abreißen lassen und Matthias setzte sich mit zwei anderen aus dem Zug recht flink ab. Na gut, ab hier dachte ich, über diesen Hügel und dann schauen, das ich wieder ran komme. Aber auch ich konnte einige Absetzen, wurde hier dann aber auch überholt, was die ganze vorherige Strecke nicht so war. Die Abfahrt nach Teufelsbrück wollte ich dann nutzen, um wieder auf Matthias aufschließen zu können und fuhr wie ein Verrückter. 55 und mehr sah ich auf dem Tacho, doch Matthias konnte ich nicht erkennen. Die beiden Mitstreiter am Berg waren dann auch weg, die hatte ich doch recht schnell verloren. Gut, entweder ich finde wieder einen Zug, oder ich musste die restlichen knapp 15 km selber im Wind fahren. Ab und zu versuchte ein überholter Rennfahrer in meinem Windschatten zu fahren, das war aber nicht lang, ich ließ einfach alle stehen.
War ein sehr schönes Gefühl, wenn man schneller als wie die anderen ist….
Ein Fahrer sah mich kommen und ich merkte richtig wie er Geschwindigkeit aufnahm, der wollte mit mir mit. Schön dachte ich, endlich einer, wenn der gut mit zieht, dann können wir uns recht gut helfen. Tja, bei diesem Gedanken blieb es leider, der war dann auch wieder recht schnell weg. Meine 45-55 km/h Bergab waren ihm wohl zu schnell.
Dann endlich, hinter Teufelsbrück gibt es wieder einen Hügel, holte mich einer aus unserem alten Zug ein. Hechelt meinte er zu mir: “Schade *hechel-hechel* der Zug ist gesprengt.” Darauf ich:” Ja leider *hechel-hechel* aber den Rest *hechel-hechel* schaffen wir auch alleine sehr gut.”
Und so hielten wir auch recht gut zusammen. Immer schön abwechselnd, obwohl ich der Meinung war, das ich mehr im Wind fuhr, schafften wir doch einen guten Schnitt von an die 40 km/h. Die ganze Zeit hielt sich einer hinter uns im Schatten auf, geführt hatte er leider nicht. Wenn er nicht konnte, dann lieber so, als wenn er dann irgendwie im Weg steht. Ich nutze immer wieder die zu Überholenden als Windschatten und wir überholten doch wieder recht viele. Startnummern aus dem Block F und E waren auch darunter, Matthias meinte, sogar D hätten wir locker Überholt. Aber man konnte sich ja nicht alle anschauen.
Denn Hügel nach Pepermölenbeck bin ich im vollen Tempo rauf gefahren, raus aus dem Sattel und vollen Speed hoch. Wieder kurz meine kleine Gruppe gesprengt, egal, ich fahr hier eh fast alleine im Wind. Sie schlossen dann aber wieder auf, waren also doch nicht soweit weg. Ich muss auch sagen, ich bekam nicht viel mit, was sich hinter mir so alles abspielte, wie auch, denn man musste doch sehr aufmerksam nach vorne schauen.
Die letzten Kilometer ging es dann durch die Hamburger Innenstadt, die Fans wurden mehr und es wurde auch immer lauter. Wie die “Großen” in die Kurven rein, nach der Kurve wieder aus dem Sattel um Geschwindigkeit aufzunehmen. Das Ziel vor dem geistigen Auge wollte man immer schneller sein, es war einfach herrlich. ![]()
Zirka 2 km vor dem Ziel rief einer hinter mir 40er Schnitt sei OK wir sollen drehen…. Ich rief dann: ” na dann komm vor und zieh mit!”. Darauf hin hörte ich nur ein “achnö, hatte ich schon die ganze Zeit…” Depp der. ![]()
Somit rief ich meinem einen Mitstreiter zu, “los, die restlichen Meter schaffen wir auch noch in einem guten 40er Schnitt”. Wir demmelten wie verrückt. Kurve rechts-links-rechts-links…
Dann, endlich die rote Fahne, der letzte Kilometer. Dieser war vollkommen abgesperrt, hier sollten ja am Nachmittat auch die Profis durch. Rechts und links hinter den Absperrungen waren in 2er bis 3er Reihen die Fans und brüllten uns die letzten 1000 Meter in´s Ziel, wie in einem Tunnel fährt man hier durch und tritt immer schneller. Das spornt enorm an und macht riesen Spaß, ein echt geiles Gefühl.
900 Meter, mein Mitstreiter vorn, 700 wieder ich vorn, 500 wieder er, wir schafften doch eine recht gute Abwechslung. Hinter uns waren wohl zwei oder drei im Windschatten und nutzen dies auch gut aus.
Bei zirka 200-150 Meter vor dem Ziel scherte ich aus und “sprintete” leicht aus dem Windschatten über die Ziellinie. Hier hörte ich dann den Stadionsprecher: “ja und er zieht vorbei ins Ziel….” Ob er mich gemeint hat? Die drei hinter uns überholten mich nicht mehr. ![]()
Mein Mitstreiter fuhr dann direkt hinterm Ziel zu mir und wir klatschten uns erst einmal ab und beglückwünschten uns. Waren tolle 55 Kilometer, alle samt, auch die letzten 15 ohne Matthias waren sehr schön gewesen.
Weiter trudelten wir dann Richtung Transponderabgabe, hier traf ich dann Matthias auch wieder, der meinte, so lange hatte er gar nicht warten müssen und er sei erstaunt, das ich so schnell und so gut angekommen bin.
Auch ich war riesig stolz auf mich und hoffte auf einen guten Schnitt und eine gute Platzierung.
Transponderabgabe, Medaille geholt und noch etwas zum trinken. Ein bißchen dort noch rumgebummelt sind wir dann aber doch recht schnell in´s Hotel. Erst mal duschen, Räder einpacken und hoffen, das der Bahnhof in Hamburg eine Gepäckabteilung hat, damit wir die 4 Stunden bis unser Zug fuhr noch eine wenig die CyClassics betrachten konnten.
Im Hotel angekommen durften wir sogar wieder in unser Zimmer, schön geduscht, man tat das gut. Nachdem wir uns bedankt hatten sind wir mir der S-Bahn zum Bahnhof und siehe da, eine Gepäckabteilung. Also rein die großen Taschen und Koffer.
Somit konnten wir noch recht gemütlich durch Hamburg spazieren, alles anschauen und auch noch einigen Jedermannrenner der 155er Strecke beim Zieleinlauf zujubeln. Die Profis hatten wir uns auch noch angeschaut.
Dann in den Zug nach München, dort hatte dann Matthias von Michaela erfahren, das er mit einem 39er Schnitt den 165 Platz belegt hat und ich mit einem 38,74 den 205 Platz und das von zirka 5.000 Teilnehmern.
Man, so schnell war ich.;-) Und dann noch der 65 in meiner Altersklasse, ich war so Glücklich….
Solch eine Leistung und das erst in meiner zweiten Saison mit dem Rennrad!!!!

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